Wie ich die ersten vier Wochen aufbaue.
Die Reihenfolge ist der eigentliche Inhalt: verstehen, abgleichen, entscheiden, planen. Wer sie umdreht, produziert die nächste gerissene Zusage.
Woche 1Bestandsaufnahme ohne Bewertung
Einzelgespräche mit allen Rollen — Fachbereich, Entwicklung, Betrieb, Dienstleister, PMO. Jeweils dieselben Fragen: Was ist zugesagt? Was davon halten Sie für erreichbar? Was fehlt Ihnen? Worüber wird nicht gesprochen? In dieser Woche bewerte und entscheide ich nichts — ich höre zu und protokolliere. Wer in Woche eins bewertet, hört ab Woche zwei nichts mehr.
Woche 2Zusagen gegen Realität stellen
Alle Zusagen werden gesammelt: Termine, Umfänge, Ressourcen, Abhängigkeiten. Dann wird jede einzelne gegen eine Quelle geprüft. Für jede Zusage gibt es genau drei Zustände: belegt, unbelegt, widerlegt. Das Ergebnis ist meist unbequem und immer wertvoll — es ist die erste Liste im Programm, an der nicht gezweifelt wird.
Woche 3Entscheidungen erzwingen
Aus der Bestandsaufnahme entsteht eine Liste offener Entscheidungen, jede mit Handlungsoptionen, Konsequenzen und einer benannten entscheidungsbefugten Person. Diese Liste geht in ein Gremium mit einer klaren Botschaft: ohne diese Entscheidungen gibt es keinen belastbaren Termin. Das ist der unangenehmste und der wirksamste Schritt.
Woche 4Ein Plan, der Zusagen ersetzt
Erst jetzt entsteht ein Plan. Er beruht auf getroffenen Entscheidungen, bestätigten Abhängigkeiten und Aufwänden, die von denen kommen, die sie leisten. Alles, was nicht bestätigt ist, steht als Annahme mit Datum darin — sichtbar, nicht versteckt. Ein solcher Plan ist häufig unbequemer als der alte, aber er hält.